Geschichtliche Entwicklung

Funde aus der Steinzeit in der Nähe der Heilquellen "Am Sauerbrunnen" lassen den Schluss zu, dass unsere Vorfahren bereits seit dieser Zeit die wohlschmeckende Quelle kannten. Die heute bekannten vermutlich ältesten Aufzeichnungen über die seit Jahrhunderten bekannte Heilquelle sind fast 200 Jahre alt:

"Oberhalb der Stadt in einer Entfernung von 1/4 Stunde in einem Wiesengrunde, dem sogenannten Sauerbrunnenbruche, entspringt ein Mineral-Waßer (der Sauerbrunnen genannt), welches einen angenehmen Geschmack hat und von den Bewohnern sowie von vorübergehenden Fremden viel getrunken wird. Der Brunnen ist offen und nur durch ein auf 4 Pfählen ruhendes Ziegeldach vor Regengüßen notdürftig geschützt. Derselbe wird als Gemein-Gut betrachtet, und gewährt weder allergnädigster Herrschaft, noch der Stadt, oder Privatpersonen, irgendeinen pekuniären Vortheil. Die Quelle ist ziemlich reichhaltig und in der Qualität würde das Waßer dem zu Hofgeismar wenig oder gar nichts nachgeben, wenn solches von süßem Quellwasser, das unter der Erde sich damit verbinden mag, getrennt bleiben könnte."
Mit diesen Worten wird die seit Jahrhunderten bekannte Heilquelle der "Volkmarser Sauerbrunnen" im "Lage-, Stück- und Steuerbuch der Stadt Volckmarsen" aus den Jahren 1820 und 1821 vorgestellt.
Aber erst über 100-Jahre später und zwar im Jahre 1929 beantragte die Stadt Volkmarsen für die in ihrem Eigentum stehende Sauerbrunnenquelle die "Ausweisung eines Quellenschutzgebietes" und die "Anerkennung der Gemeinnützigkeit dieser Quelle". In der diesem Antrag beigefügten amtlichen Quellen-Analyse des chemischen Laboratoriums Fresenius, Wiesbaden heißt es: 
"In seiner Zusammensetzung entspricht der Sauerbrunnen der Stahlquelle zu Bad-Brückenau. Der Sauerbrunnen zu Volkmarsen hat fast den nämlichen Gehalt an freiem Kohlen-Dioxyd und nur wenig mehr gelöste Bestandteile wie die Stahlquelle zu Bad-Brückenau. Nur der Gehalt an Ferro-Ion ist geringer. Der Sauerbrunnen zu Volkmarsen ist demnach als Mineralquelle anzusprechen, die gemeinnützigen Charakter hat und den Schutz des Gesetzes vom 14.5.1908 genießt (Quellenschutzgesetz)."
Durch Erlass des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt vom 9.5.1930 wurde sodann der "Sauerbrunnen Volkmarsen" als "gemeinnützige Quelle" anerkannt.
Die Sauerbrunnenquelle, welche seit 1951/52 zwei Quellaustritte (Quellfassungen) aufweist, wurde bereits im Jahre 1956 saniert, indem die jüngere, bisher 6 m tiefe Quellfassung auf 36 m u.G. niedergebracht wurde. In einer im Jahre 1958 vom chemíschen Laboratorium Fresenius, Wiesbaden, erstellten Analyse betrug der Gehalt des Quellwasssers an freiem gelöstem Kohlen-Dioxyd 2.130 mg/kg und überschreitet somit bei weitem den für "Säuerlinge" erforderlichen Mindestgehalt von 1.000 mg/kg. Bei den gelösten festen Bestandteilen überwiegen Calcium, Magnesium, Hydrogenkarbonat und Sulfat. Dieses Gutachten aus dem Jahre 1958 bringt folgende Feststellung:
"Das Wasser der neuen Quelle Trinktempel in Volkmarsen ist nach den Begriffsbestimmungen für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen des Deutschen Bäderverbandes als Kohlensäurewasser oder Säuerling zu bezeichnen."
Seit 1930 hat die Stadt Volkmarsen die in ihrem Eigentum befindlichen Mineralquellen verpachtet. Die damalige Pächterin "Volkmarser Brunnenverwaltung" konnte bis 1958 das aus der alten Quellfassung zutage tretende Mineralwasser für ihre Zwecke gewerblich nutzen. Seit dieser Zeit ist es der Pächterin durch Vereinbarung erlaubt, auch aus den neuen Quellfassungen entsprechende Mengen Quellwasser zu entnehmen und dieses gewerblich zu vertreiben. Mit Antrag von 1962 und 1963 hatte die Pächterin bei dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen die staatliche Anerkennung des Sauerbrunnens als Heilquelle begehrt. Diesem Antrag war ein von der Pächterin in Auftrag gegebenes Gutachten des bäderwissenschaftlichen Institutes in Bad-Lippspringe vom 27.5.1961 und die bereits erwähnte "Fresenius-Quellenanalyse", die sich beide ausschließlich auf das Quellwasser der neuen Fassung aus dem Jahre 1956 beziehen, beigefügt. Diesem Antrag wurde seitens des Hessischen Ministeriums im vollen Umfange entsprochen und die Mineralquelle des "Volkmarser Sauerbrunnens" als HEILQUELLE am 2. Januar 1964 staatlich anerkannt.

Die staatliche Anerkennung der Mineralquelle "Sauerbrunnen" als HEILQUELLE hat folgenden Wortlaut: 
"Der Erlaß des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt vom 9.5.1930, wonach aufgrund des § 2 Abs. 1 des Quellschutzgesetzes vom 14.5.1908 die im Gemeindebezirk Volkmarsen gelegene Quelle "Sauerbrunnen" als gemeinnützig im Sinne des § 1 des genannten Gesetzes anerkannt wurde, ist als staatliche Anerkennung im Sinne des § 40 des Hessischen Wassergesetzes vom 6.7.1960 (GVBl. 5. 76) zu bewerten." 

Die Untersuchungen des Balneologischen Institutes Bad Lippspringe kamen 1964 bereits zu dem Ergebnis, dass das Volkmarser Wasser wohltuend bei Erkrankungen der harnableitenden Wege, bei bestimmten Nierenerkrankungen, Magenkatarrhen und bei Stoffwechselstörungen ist.

Diese staatliche Anerkennung der Sauerbrunnenquelle als "HEILQUELLE" löste eine Vielzahl von gleichrangigen Maßnahmen aus, die insbesonders "Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen an der Heilquelle und deren Grünanlagen" sowie "Betreiben der Anerkennung Volkmarsens als Erholungsort" (seit 1978) und "Forcierung der äußeren Werbung" zum Gegenstand hatten. Zwischenzeitlich sind diese "Fremdenverkehrsförderungsmaßnahmen" mit erheblichen Mitteln der Stadt Volkmarsen und des heimischen Kur- und Verkehrsvereines durchgeführt worden. Nachdem bereits Ende der 50-iger Jahre seitens des Kur- und Verkehrsvereines ein Trinkpavillon im Quellengebiet des Sauerbrunnens errichtet worden war, entstand in der Verantwortung der "Volkmarser Mineralbrunnen Waldhoff GmbH & Co. KG" auf dem erweiterten Brunnengelände ein nach modernsten Gesichtspunkten, überwiegend vollautomatischer Abfüllbetrieb.

Im Jahre 1997 mußte nach einer Neuausweisung des Heilquellenschutzgebietes der Trinkpavillon und die Abholanlage für Selbstzapfer von "Volkmarser Sauerbrunnen" um ca. 300 Meter in östlicher Richtung verlegt werden. Es entstand dadurch die für Tagestouristen und Selbstabholer interessante neue, aktuelle Freizeitanlage "Am Sauerbrunnen".